Gummischniepelobjektivfotografie




Es ist schon einige Jahre her, als ich Frank Baeseler kennen lernte, ein Fotograf aus Schleswig Holstein, aber auch ein Bastler. Und als solches entwickelte er die „Squeezerlens“. Hierfür montiert er an alten Objektiven von Vergrößerungsgeräten oder Projektoren einen kurzen Gummibalg und versieht diese Konstruktion mit einem individuellen Objektivanschluss.

Zugegeben es sieht ein wenig lustig aus, und genau so speziell wie es aussieht so ist auch die Handhabung. Vergiss alles was Du über optische Achse und diesen ganzen physikalischen Kram gehört hast. Durch den Gummibalg wird manuell fokussiert, und oft ist der Bereich der Schärfe auch nur sehr selektiv, und nicht immer mittig.


Ich bin ja immer für solche Dinge zu haben und musste diesen Gummischniepel unbedingt haben, wäre ja mal etwas Besonderes. Aber so richtig warm wurde ich damit nie.

Zu etwa dieser Zeit veröffentlichte der Stilpirat aka Steffen Böttcher sein Projekt „Logbuch New York“ Zur Buchvorstellung lud er in das damalige Heidestudio ein, erzählte über das Projekt und zeigte sehr beeindruckende Bilder, die in diesem Rahmen entstanden sind. Ihm gelang es Bilder, die schon zu Tausenden aufgenommen wurden, in einer ganz eigenen Art neu zu interpretieren. Für mich heute noch ein der interessantesten New York Bildbände, die ich kenne.

Auf gleichem Niveau gab es jetzt dieser Tage eine Neuauflage mit Bildern aus New York. Christian schreibt im aktuellen QIMAGO Fotoblog über seine Erfahrungen, die er mit seiner Squeezerlens gemacht hat. Und ich war wieder begeistert. Im Gegensatz zu seiner Linse mit 35 mm Brennweite habe ich ja die typische Projektorenbrennweite von 90 mm. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit dem Objektiv nicht so richtig warm wurde, denn ich bin ja eher im Weitwinkelbereich zu Hause, Aber nichtsdestotrotz, habe ich die Aufforderung von Christian aufgenommen, und bin mal an einem düsteren und wolkenverhangenen Tag durch Hamburg spaziert. Ich wollte unbedingt vor die Tür, das Wetter war zum Fotografieren gänzlich ungeeignet, also beste Voraussetzungen Bilder durch Effekte aufzupeppen, und mal wieder mein gutes altes Gummischniepelobjektiv rauszuholen.


Mir hat es mal wieder Spaß gemacht.





Wolfgang Baus
Fotografie und Text aus Hamburg

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