Das ausgefallene Motorradjahr

Ja, und dann stehe ich da an der Tankstelle um mein Moped für das Winterlager aufzutanken. Und auf dem Weg nach Hause kommen mir so ein paar Gedanken zum Motorradjahr, zu Corona und überhaupt.


Der Start in die Motorradsaison fiel zusammen mit der ersten Phase der Coronapandemie.

Sollte man fahren dürfen, oder lieber nichts riskieren, um die Gesundheitseinrichtungen nicht auch noch durch Unfälle zu belasten. Deswegen haben sich viele Motorradfahrer zurückgehalten und hat die Saisoneröffnung aus Verantwortungsbewusstsein um zwei Monate verschoben.


Einmal, für ein paar Kilometer habe ich es gewagt, und bin in der Phase des Lockdown mit dem Motorrad in die Hamburger Innenstadt zu fahren um das Nichtvorhadene zu dokumentieren. Es war irgendwie ein beklemmendes, aber auch ein Gefühl großer Freiheit, die Elbe von Blankenese bis zu den Landungsbrücken zu fahren ohne einem anderem Verkehrsmittel begegnet zu sein.


Als dann das Leben so langsam auf die Straße zurückkehrte, konnte ich den Spaß am Fahren nicht so recht zurückgewinnen. Ja klar, kleine Strecken fuhr ich, aber zu einer Tour hat es dieses Jahr nicht gereicht. Auch wenn das Wetter im Großen und Ganzen wieder motorradfreundlich war, war es dann im entscheidenden Moment dann doch zu warm oder doch zu nass.

Und so sind es nur wenige 100 Kilometer geworden dieses „ausgefallene“ Jahr.


Ja, und dann stehe ich da an der Tankstelle um mein Moped für das Winterlager aufzutanken. Ein Winter der seine grausamen Boten schon vorausgeschickt hat. Corona, die zweite Welle läuft schon längst, und hat jetzt schon ein schlimmeres Ausmaß als jemals angenommen erreicht. Viele Betreiber von „Läden“, als Gastronomen möchte ich sie nicht bezeichnen, um diesen Berufsstand nicht in einen Sack mit denen zu werfen, die respektvoll und Verantwortungsvoll mit der Gesundheit ihrer Gäste umgehen, riskieren die Gesundheit aller. Egal ob in Shishabars oder auf verbotenen Tanzparties, alles dies sind Brutherde für die Ausbreitung des Virus, aber es interessiert sie nicht. Sie handeln egoistisch, respektlos und verantwortungslos gegenüber der Gesellschaft, und gleichzeitig gefährden sie die Existenz der Gastronomen, die alles unternehmen um sich, Ihre Gäset und das Geschäft nicht zu gefährden.


Querdenkende Bürger spalten eine Nation, in einer Zeit wo es so wichtig wäre zusammenzustehen. Während auf der anderen Seite viele Existenzen, wie z.B. Veranstaltungsbranche, Tourismus und die echte Gastronomie, vor einem Scherbenhaufen stehen.


Und dann denke ich, wenn ich die Maschine so für die nächsten Monate wegstelle, wenn es doch mehr so vernünftige Menschen gäbe, wie diese Motorradfahrer, damal zu Beginn als alles losging...


Wolfgang Baus
Fotografie und Text aus Hamburg

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